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Kolumne: Warum es keinen mehr interessiert, dass du ein Girlboss bist

Als Frau selbstständig machen? Freiberuflerin werden? Als Frau ein eigenes Business auf die Beine stellen? In der heutigen Zeit immer noch für viele eine Diskussion wert. Oder sollte ich besser schreiben: In der heutigen Zeit für viele Frauen immer noch eine Diskussion wert? Wir schmeißen mit Wörtern wie „Feminismus“ um uns. Nennen uns „Business Ladys“ oder „Girl Boss“ und machen damit eines deutlich: Wir sind Chefinnen! Wir Frauen sind auch dazu in der Lage, etwas auf die Beine zu stellen, von dem wir uns unser Leben selbst finanzieren können.  Brauchen keinen Mann, können uns unseren Schmuck selbst zu kaufen und die Reise selbst finanzieren. Wir brauchen kein „Danke“ an das männliche Geschlecht zu richten, ihn nicht mit großen Augen anhimmeln. Wir müssen uns nicht mehr…

…Stopp!

Ist uns – uns als Frauen – eigentlich mal etwas aufgefallen? So in den letzten paar Jahren? Ist uns etwas aufgefallen, was uns längst hatte auffallen müssen? Den meisten vermutlich nicht, denn sonst würden Instagram-Hashtags wie #girlboss längst nicht so große Bahnen ziehen.


Wer interessiert sich noch für das Girlboss?

Wir Frauen haben uns so in diese Rolle der Kämpferin vertieft, dass wir gar nicht gemerkt haben, dass sich die Männer gar nicht mehr für uns als weibliche Selbstständige interessieren. Für unsere Feminismus-Kampagnen. Für unsere (selbst auferlegte) Rolle als Girlboss. Frauen, die arbeiten? In der heutigen Welt, vor allem in der Welt der Freiberufler, normal. Oder? Ja!

Dass weibliche Angestellte im Schnitt weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen ist eine Tatsache. Schuld? Sind wir selbst, stellen wir unser Licht und unser Können doch ständig unter den Scheffel. Dass Männer in Positionen besser sein sollen als Frauen ist ein Klischee. Oder wie erklärt sich sonst, dass eine Frau das Sagen über Deutschland hat? Uns als Land repräsentiert und für uns viele wichtige Entscheidungen trifft – und von uns (Männern und Frauen) dazu ausgewählt wurde?


Hört auf zu reden…

Je mehr wir Frauen darüber reden, dass wir „als Frauen“ etwas geschafft haben, desto schlechter machen wir uns doch. Wir Frauen bereisen die Welt, machen uns selbstständig, eröffnen unser eigenes Business und können davon leben.

Männer bereisen die Welt, machen sich selbstständig, eröffnen ihr eigenes Business und können davon leben. Aber sie heben dabei nicht ständig in den Vordergrund, welchem Geschlecht sie angehören – und sind dadurch in diesem Moment vielleicht clevere als wir!

Macht euren Job, fordert eurer Gehalt dafür, dass ihr für angemessen haltet und hört auf, so zu tun, als wenn eure Leistung besser zu bewerten sei, nur weil ihr Frauen seid! Hört auf euch in ein besseres Licht stellen zu wollen, nur weil auch ihr als Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habt. Schneidet euch eine Portion (oder auch zwei Portionen) vom Selbstbewusstsein der Männer ab – und dann macht euren Job und vergesst euch dafür zu rechtfertigen, dass ihr als Frauen etwas anders/besser/klüger/stärker macht als die Männer. Business ist Business – und ob dieses erfolgreich ist, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun!
Business ist Business - und ob dieses erfolgreich ist, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun! Klick um zu Tweeten


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